Backups und Wiederherstellung
Was du wirklich sichern musst, wie rsync und Cron-Jobs die Arbeit automatisieren und warum eine externe Kopie entscheidend ist.
Hier planst du Backups so, dass Docker-Daten, Konfigurationen und Dienste nach einem Ausfall wiederherstellbar sind. Wer selbst hostet, ist selbst verantwortlich. Festplatten gehen kaputt, Konfigurationsfehler überschreiben Daten, Container werden versehentlich gelöscht. Ohne Backup bedeutet das Datenverlust.
Die gute Nachricht: für Selfhosting braucht man keine komplexe Backup-Software. Ein paar Shell-Befehle und ein automatisierter Zeitplan reichen völlig aus.
Was gesichert werden muss
Bei einem Docker-basierten Setup gibt es drei Kategorien von Daten die gesichert werden müssen:
/var/lib/docker/volumes/.
compose.yml Dateien, Nginx-Konfigurationen, Umgebungsvariablen. Damit lässt sich ein System nach einem Totalausfall vollständig neu aufbauen.
rsync für lokale Backups
rsync ist das Standardwerkzeug für Datei-Synchronisation auf Linux. Es kopiert nur veränderte Dateien, ist dadurch schnell und effizient. Auf Ubuntu und Linux Mint ist es bereits vorinstalliert.
Ein einfaches Backup-Skript:
Der Parameter -a erhält Berechtigungen und Zeitstempel, -v zeigt was kopiert wird, -z komprimiert die Übertragung. Mit --delete werden im Ziel gelöschte Dateien auch gelöscht.
Automatisierung mit Cron
Cron ist der Aufgabenplaner von Linux. Mit crontab -e öffnest du die persönliche Cron-Konfiguration. Jede Zeile ist ein geplanter Job:
Das Format ist: Minute Stunde Tag Monat Wochentag Befehl. Die Ausgabe wird in eine Log-Datei geschrieben damit du nachsehen kannst ob das Backup erfolgreich war.
Alte Backups aufräumen um Speicher zu sparen:
Docker Volumes sichern
Named Volumes liegen unter /var/lib/docker/volumes/ und brauchen sudo für den Zugriff. Eine saubere Methode ist das Exportieren über einen temporären Container:
Dieser Befehl startet einen minimalen Alpine-Container, bindet das Volume und das Backup-Ziel ein und erstellt ein komprimiertes Archiv. Der Container wird danach automatisch gelöscht.
Ein gutes Backup folgt der 3-2-1-Regel: 3 Kopien deiner Daten, auf 2 verschiedenen Medientypen, davon 1 an einem anderen Ort. Eine externe Festplatte im selben Raum schützt nicht vor Einbruch oder Feuer. Ich sichere kritische Konfigurationen zusätzlich auf meinem Nextcloud-Server, der auf einem anderen physischen System läuft.
Häufige Fragen
Was muss ich beim Selfhosting sichern?
Compose-Dateien, .env-Dateien, Datenordner, Datenbanken, Uploads, Zertifikate und wichtige Konfigurationen.
Ist ein Backup ohne Restore-Test genug?
Nein. Ein Backup ist erst belastbar, wenn du geprüft hast, ob eine Wiederherstellung funktioniert.
Wie oft sollte ich sichern?
Das hängt vom Datenverlust ab, den du akzeptieren kannst. Häufig geänderte Daten brauchen häufigere Backups.