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Selfhosting Artikel 02 von 08

Hardware wählen

Alter Rechner, Mini-PC, Raspberry Pi oder vServer: welche Hardware sich für Selfhosting eignet und was ich selbst nutze.

Hier wählst du die passende Hardware für Selfhosting, bevor Dienste dauerhaft laufen sollen. Die Hardwarefrage ist der erste echte Entscheidungspunkt beim Selfhosting. Was du betreiben willst bestimmt was du brauchst. Für einen einfachen Passwort-Manager reicht ein Raspberry Pi. Für lokale KI-Modelle mit guter Geschwindigkeit braucht es eine ordentliche GPU.

Ich schaue mir die wichtigsten Optionen an und erkläre was ich selbst nutze.

Die wichtigsten Optionen

Alter Desktop-PC oder Server
Meine Wahl Leistungsstark
Ein alter Desktop-Rechner oder ein gebrauchter Workstation-PC ist oft die beste Wahl wenn du mehr als nur leichte Dienste betreiben willst. Du bekommst viel RAM, eine echte GPU nachrüstbar und genug CPU-Leistung für mehrere gleichzeitig laufende Dienste.
Vorteile Viel Leistung für den Preis, GPU nachrüstbar, großzügig mit RAM und Speicher, leicht erweiterbar
Nachteile Höherer Stromverbrauch, braucht Platz, lauter als Mini-PCs
Mini-PC
Sparsam Leise
Mini-PCs wie Beelink, Intel NUC oder ähnliche Geräte sind kompakt, leise und stromsparend. Gut geeignet für Dienste die keine GPU brauchen: n8n, Nextcloud, Passwort-Manager, Heimautomatisierung. Für Ollama mit größeren Modellen zu schwach.
Vorteile Sehr sparsam (5 bis 15 Watt), leise, günstig im Betrieb, kein Platzproblem
Nachteile Keine GPU-Option, RAM oft nicht erweiterbar, begrenzte Rechenleistung
Raspberry Pi
Einstieg ARM
Der Raspberry Pi ist die klassische Einstiegs-Hardware für Selfhosting. Für leichte Dienste gut geeignet: Pi-hole (Werbeblocker), Vaultwarden, Home Assistant. Für alles mit höherer Last zu langsam. Der Pi 5 mit 8 GB RAM ist deutlich besser als seine Vorgänger.
Vorteile Sehr günstiger Einstieg, ARM-Architektur sehr sparsam, große Community
Nachteile Begrenzte Leistung, ARM-Kompatibilität manche Docker-Images, SD-Karten verschleißen
Eigener vServer
Für Dienste mit externem Zugriff
Ein vServer bei einem deutschen Hoster (Hetzner, Strato, Netcup, IONOS) eignet sich gut für Dienste die von außen erreichbar sein müssen. Feste IP, kein Heimnetz-Routing, HTTPS ohne Portweiterleitung. Ich nutze einen vServer ausschließlich für Nextcloud, alles andere läuft lokal.
Vorteile Feste IP, immer erreichbar, kein Stromverbrauch zu Hause, einfaches HTTPS
Nachteile Monatliche Kosten, keine GPU, Daten liegen beim Hoster (Vertrauen nötig)

Was die Wahl bestimmt

Zwei Fragen helfen bei der Entscheidung:

Brauche ich KI? Wenn du Ollama mit ordentlicher Geschwindigkeit betreiben willst, brauchst du eine NVIDIA-GPU mit ausreichend VRAM. Das schließt Mini-PC, Raspberry Pi und vServer aus. Ein Desktop-Rechner mit nachgerüsteter GPU ist dann die richtige Wahl.
Strom und Lärm? Ein Desktop-PC zieht dauerhaft 50 bis 150 Watt. Bei Dauerbetrieb kommen da im Jahr 150 bis 450 kWh zusammen. Wer keinen Keller oder abgetrennten Raum hat, sollte den Lärm und den Stromverbrauch einkalkulieren.
Externer Zugriff? Dienste die von unterwegs erreichbar sein sollen brauchen entweder eine feste IP zu Hause mit Portweiterleitung oder einen vServer. Ein vServer für Nextcloud ist dafür eine saubere Lösung.

Stromverbrauch im Blick behalten

Ein Gerät das 24 Stunden läuft sollte sparsam sein. Als Faustregel:

Raspberry Pi 3 bis 8 Watt. Im Jahr ca. 25 bis 70 kWh. Kaum spürbar auf der Stromrechnung.
Mini-PC 5 bis 20 Watt im Leerlauf. Im Jahr ca. 44 bis 175 kWh. Noch sehr wirtschaftlich.
Desktop ohne GPU 30 bis 80 Watt im Leerlauf. Im Jahr ca. 260 bis 700 kWh. Merklicher Kostenfaktor.
Desktop mit GPU Im Leerlauf oft 80 bis 150 Watt je nach GPU. Unter Last deutlich mehr. Nur sinnvoll wenn die GPU regelmäßig genutzt wird.
Mein Setup

Ich nutze einen leistungsstarken Laptop mit AMD Ryzen 9 7940HX, 32 GB RAM und einer NVIDIA RTX 4060 Mobile unter Linux Mint als zentrales System. Darauf laufen Ollama, n8n, Open WebUI, Whisper und weitere Dienste. Für Nextcloud nutze ich einen vServer, weil ich darauf von unterwegs zugreifen will und ein eigener vServer dafür die sauberste Lösung ist. Wenn du keine KI-Modelle lokal betreiben willst, reicht für die meisten Dienste ein günstiger Mini-PC völlig aus.

Der nächste sinnvolle Schritt

Wenn du diesen Teil verstanden hast, passen diese Seiten als Nächstes:

Häufige Fragen

Reicht ein Raspberry Pi fürs Selfhosting?

Für leichte Dienste ja. Für lokale KI, viele Container oder schnelle Datenbanken ist ein Mini-PC meist angenehmer.

Wann lohnt ein vServer?

Wenn Dienste von außen erreichbar sein sollen und du keine eigene Hardware oder Heimnetz-Konfiguration betreiben willst.

Was ist für lokale KI wichtig?

RAM, CPU, GPU und Speicherplatz sind wichtiger als bei einfachen Webdiensten. Besonders Modelle und Bildgenerierung brauchen Reserven.