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Selfhosting Artikel 03 von 08

Linux-Grundlagen für den Alltag

Das Minimum das du für Selfhosting brauchst: die Terminal-Befehle die ich täglich nutze, erklärt ohne Umwege.

Hier bereitest du einen Server so vor, dass Docker, Updates und Zugriff nicht zur Schwachstelle werden. Linux muss man nicht in der Tiefe verstehen um eigene Dienste zu betreiben. Ein überschaubares Set an Befehlen reicht für den Alltag völlig aus. Ich zeige dir genau das: was ich wirklich brauche und was du dir sparen kannst.

Ich arbeite selbst mit Linux Mint, das auf Ubuntu basiert. Die hier gezeigten Befehle funktionieren auf allen Ubuntu- und Debian-basierten Systemen gleich.

Navigation und Dateien

pwd Zeigt das aktuelle Verzeichnis. Gut um sich zu orientieren wo man gerade ist.
ls -la Listet alle Dateien und Ordner inklusive versteckter Dateien mit Rechten und Größen auf.
cd /pfad Wechselt in ein Verzeichnis. cd .. geht eine Ebene zurück, cd ~ geht ins Home-Verzeichnis.
mkdir ordner Erstellt einen neuen Ordner. Mit mkdir -p a/b/c werden alle Zwischenordner miterstellt.
cp quelle ziel Kopiert eine Datei. Für Ordner cp -r verwenden.
mv quelle ziel Verschiebt oder benennt eine Datei um.
rm datei Löscht eine Datei. Mit rm -r ordner einen Ordner mit Inhalt löschen. Kein Papierkorb, sofort weg.

Dateien lesen und bearbeiten

cat datei Gibt den Inhalt einer Datei aus. Gut für kurze Konfigurationsdateien.
less datei Zeigt längere Dateien seitenweise. Mit q beenden, mit /suchbegriff suchen.
nano datei Einfacher Texteditor im Terminal. Strg+O speichert, Strg+X beendet. Gut für schnelle Änderungen.
grep "text" datei Sucht nach einem Begriff in einer Datei. Mit grep -r "text" /pfad rekursiv in Ordnern suchen.
tail -f logdatei Zeigt das Ende einer Datei und aktualisiert live. Unverzichtbar für Log-Dateien von laufenden Diensten.

System und Prozesse

htop Interaktiver Prozess-Monitor. Zeigt CPU, RAM und laufende Prozesse. Mit sudo apt install htop installieren falls nicht vorhanden.
df -h Zeigt den verfügbaren Festplattenspeicher übersichtlich an.
free -h Zeigt den verfügbaren Arbeitsspeicher.
ps aux | grep name Sucht nach einem laufenden Prozess per Name. Nützlich um zu prüfen ob ein Dienst wirklich läuft.
kill -9 PID Beendet einen Prozess erzwungen. Die PID findet man mit ps aux.

Pakete installieren

Auf Ubuntu und Debian-basierten Systemen (also auch Linux Mint) läuft die Paketverwaltung über apt:

sudo apt update # Paketlisten aktualisieren sudo apt upgrade # Installierte Pakete aktualisieren sudo apt install paketname # Paket installieren sudo apt remove paketname # Paket entfernen

sudo vor dem Befehl gibt ihm temporär Root-Rechte. Du wirst nach deinem Passwort gefragt. Fast alle Systemänderungen brauchen sudo.

Dienste verwalten mit systemctl

Systemdienste die beim Booten starten oder im Hintergrund laufen werden mit systemctl verwaltet:

sudo systemctl start nginx # Dienst starten sudo systemctl stop nginx # Dienst stoppen sudo systemctl restart nginx # Dienst neu starten sudo systemctl status nginx # Status und letzte Logs anzeigen sudo systemctl enable nginx # Autostart beim Booten aktivieren sudo systemctl disable nginx # Autostart deaktivieren
Mein Tipp

Lerne die Befehle nicht auswendig, sondern bau dir eine eigene Referenzdatei. Ich pflege eine einfache Textdatei mit den Befehlen die ich selten genug nutze um sie zu vergessen. Das Terminal hat auch eingebaute Hilfe: man befehl öffnet das Handbuch zu jedem Befehl, befehl --help zeigt eine kurze Übersicht.

Der nächste sinnvolle Schritt

Wenn du diesen Teil verstanden hast, passen diese Seiten als Nächstes:

Häufige Fragen

Warum ist SSH-Absicherung wichtig?

SSH ist oft der zentrale Zugang zum Server. Schwache Passwörter oder offene Root-Logins erhöhen das Risiko deutlich.

Wie oft sollte ich Updates einspielen?

Regelmäßig. Sicherheitsupdates sollten nicht wochenlang warten, besonders wenn Dienste erreichbar sind.

Muss jeder Dienst sofort öffentlich erreichbar sein?

Nein. Viele Dienste sollten zuerst nur lokal oder per VPN erreichbar sein, bis Betrieb und Sicherheit sitzen.